Über den Trauerfall (1)
Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Anton Linner, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.
Von trauer.de Redaktion, München
08.03.2011 um 13:52 Uhr von Merkur /Sein liebster Platz war hinter dem Steuer
Trauer um Anton Linner (74) - Busunternehmer aus Leidenschaft
"Reisen war sein Leben, Reisen war sein Sinn": Mit seinen Gästen unterwegs zu sein, das war die große Leidenschaft von Anton Linner. Auf seine letzte Reise hat sich der Erdinger Busunternehmer am vergangenen Montag alleine begeben. Er starb einen Tag vor seinem 75. Geburstag an einem Krebsleiden.
Anton Linner wurde am 8. Februar 1936 in Erding geboren. Er wuchs auf dem elterlichen Bauernhof an der Freisinger Straße mit einer kleinen Schwester auf, später kamen noch drei Brüder hinzu. Schon in frühester Kindheit war er das Arbeiten gewohnt, half beim Bewirtschaften des Hofes und später seinem Vater, der Viehhändler war, bei den Tiertransporten.
Seine berufliche Karriere begann Anton Linner 1958 mit einem kleinen Fuhrgeschäft. 1972 kaufte er den ersten Omnibus. An seiner Seite war damals schon Gattin Else, die ihn stets tatkräftig unterstützte. Die beiden bauten das Reiseunternehmen am Rennweg mit großer Begeisterung aus. Zu Linners Freude stieg 1998 Sohn Wolfgang mit ins Unternehmen ein. Von Anfang an hatte er den gleichen Enthusiasmus wie sein Vater. Der ältere Sohn Anton widmet sich aufgrund seiner beruflichen Laufbahn der Reparatur des Fuhrparks.
Anton Linners liebster Platz war hinter dem Steuer seines Busses. Die vom Unternehmen angebotenen Mehrtagesfahrten in europäische Städte oder die Urlaubsreisen im Frühjahr und im Herbst in Slowenien genoss Linner selbst sehr. Stets lag ihm das Wohl seiner Kunden am Herzen. So sorgte er auch abends für Geselligkeit, stimmte Lieder an und war der Erste auf der Tanzfläche.
Noch im April 2010 hatte er nach dem Ausbruch des Vulkans auf Island und den damit verbundenden Flugausfällen in ganz Europa vielen Gästen mit dem Omnibus den Weg nach Hause ermöglicht.
Bis zum Beginn seiner Krankheit vor einem halben Jahr war Anton Linner im Geschäft aktiv. Einen Ruhestand wollte er sich nicht gönnen. Wenn ihm Zeit blieb, engagierte er sich beim Verschönerungsverein Altenerding und war als Stockschütze bei der SpVgg Altenerding aktiv. Außerdem war er Mitglied im Alpenkranzl und im Kriegerverein. Sein ganzer Stolz waren die drei Enkel Katrin, Simon und Julia. (zie)