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Anna Politkowskaja

* 30.08.1958
† 07.10.2006
Erstellt von Merkur und TZ

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Kondolenz

Von Josef Grundner, Schloßberg

06.11.2006 um 16:41 Uhr
Wie viele Menschen müssen noch für die Freiheit des Denkens sterben? Ich hoffe, dass Ihr Tod ein Schritt in Richtung Friede und Freiheit des Denkens sein wird. Danke

Von trauer.de Redaktion (cs), Dachau

12.10.2006 um 18:03 Uhr von Merkur /
Die russische Journalistin Anna Politkowskaja hat sich als mutige Kritikerin des Tschetschenien-Krieges weltweit einen Namen gemacht. Die Eindrücke der Kriegszerstörungen im Nordkaukasus brachten die 1958 geborene Publizistin in scharfe Gegnerschaft zum Sicherheitsapparat und zu Präsident Wladimir Putin. Sie musste sich häufig gegen Drohungen wehren. Politkowskaja studierte in Moskau Journalistik und arbeitete für mehrere Medien, bis 1999 die Oppositionszeitung "Nowaja Gaseta" ihre Bühne wurde. Auf zahllosen Reportagereisen in den Nordkaukasus knüpfte sie Kontakte zu tschetschenischen Untergrundkämpfern, zu Zivilisten, Flüchtlingen wie zu den russischen Soldaten. Weil sie das Vertrauen der Tschetschenen besaß, verhandelte die Mutter von zwei Kindern 2002 mit den Geiselnehmern im Moskauer Musical-Theater "Nordost". Eine Reise nach Beslan während der Geiselnahme in einer Schule 2004 scheiterte an einer Vergiftung, für die Politkowskaja den russischen Geheimdienst verantwortlich machte. Die zierliche Frau mit Brille und grauem Haar war kein einfacher Gesprächspartner, weil sie von ihrer Mission beherrscht war, die Wahrheit über Tschetschenien und die Zustände in Russland ans Licht zu bringen. Politkowskaja beklagte die zu enge Freundschaft Deutschlands zu Putin. Sie kritisierte auch ihre angebliche Ausladung von der Frankfurter Buchmesse 2003 als Kniefall vor dem Kremlchef. Politkowskaja erhielt für ihr Werk unter anderen den Preis der russischen Journalistenunion 2001, den Lettre Ulysses Award für die beste europäische Reportage 2004 und den Leipziger Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien 2005. Auf Deutsch erschienen sind Politkowskajas Bücher "Tschetschenien. Die Wahrheit über den Krieg" (2003) und "In Putins Russland" (2005). (dpa)