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Alfons Nagl

* 25.05.1947
† 09.06.2010
Erstellt von Merkur und TZ

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Über den Trauerfall (1)

Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Alfons Nagl, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.

Von Trauer.de Redaktion, München

10.06.2010 um 18:00 Uhr von Merkur /
Unheimlich stolz waren viele Hohenlindener, als ihnen im Jahr 2000 wirklich Bemerkenswertes glückte. Das ganze Dorf war auf den Beinen, um in einem würdigen Rahmen an eine blutige Schlacht zu erinnern, die genau 200 Jahre zuvor stattfand und vielen Tausenden das Leben kostete. Eigens hatte sich ein Verein "Hohenlinden 2000" gegründet, der sich zur Aufgabe machte, die historischen Ereignisse aufzuarbeiten, das Jubiläumsjahr mit Veranstaltungen zu füllen, ein Theaterstück auf die Beine zu stellen, ein Mahnmal zu errichten und seither stets Anfang Dezember mit einer Kranzniederlegung den Gefallenen aller beteiligten Nationen die Ehre zu erweisen. Diese ganzen Aktivitäten gehen, ohne dass man anderen damit Unrecht tut, in erster Linie auf einen Mann zurück, der ungeheuer viel Zeit, vielleicht noch mehr Enthusiasmus und womöglich auch persönliches Geld in diese Sache steckte, die spätestens seit dem Jahr 2000 seine Herzenssache wurde: Alfons Nagl. Dass der Mann nebenbei auch noch einen Holzhandel betrieb, für die ÜWH seit 1990 im Gemeinderat debattierte, bei den Böllerschützen maßgebliches Mitglied war (und deren Gründer), fiel in der öffentlichen Wahrnehmung manchmal gar nicht mehr auf. Wo etwas los war in Hohenlinden in den letzten Jahrzehnten, da war auch Alfons Nagl. Am Mittwoch, gegen 16 Uhr, ist er nach kurzer schwerer Krankheit plötzlich und unerwartet verstorben. Noch am Wochenende war Nagl, 63, Gast bei den Jubiläumsfeierlichkeiten der Schützen. Bei den Ratssitzungen sah man ihn zuletzt im Rollstuhl. Was ihn nicht daran hinderte, sich auch weiterhin um die Belange seiner Gemeinde Hohenlinden zu kümmern. Eine örtliche Einrichtung würde es ohne Alfons Nagl nicht geben: Das Schlacht-Museum. Nagl ist Vater dieser inzwischen viel beachteten Gedenkstätte. Für Schüler, aber auch für auswärtige Gäste, stellte er sich auf Abruf zur Verfügung, um sein über die Jahre angelesenes Fachwissen über die Schlacht von 1800 weiterzugeben. Darin sah er eine Art Verpflichtung. Alfons Nagl machte das in einer offenen und herzlichen Art. Im Gemeinderat galt er als eher ruhigerer Vertreter. Stets darauf bedacht, den Ausgleich zwischen den mitunter regelmäßig zerstrittenen Lagern herzustellen. Laut wurde er nur, wenn es gar nicht anders ging. Mit einer bemerkenswert offenen Art stand Nagl auch der Heimatzeitung nahe und pflegte einen regelmäßigen Kontakt mit dem Chronisten. Bürgermeister Ludwig Maurer würdigte Nagl gestern als einen großen Freund und Motivator vieler Mitbürger. Jörg Domke