Über den Trauerfall (2)
Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Albert Seiler, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.
Von Trauer.de Redaktion, München
28.10.2009 um 17:28 Uhr von Merkur /Er führte das Ruder, als Holzkirchen einen Quantensprung in seiner Entwicklung erlebte: Bürgermeister Albert Seiler fiel 1978 die Aufgabe zu, nach der Gebietsreform die Landgemeinden Föching und Hartpenning in die Marktgemeinde zu integrieren. Und unter seiner Ägide entwickelte sich das Gewerbegebiet, das später zum Goldesel der Marktgemeinde heranwuchs. Gestern in den frühen Morgenstunden ist der Altbürgermeister (1978 bis 1990) an Herzversagen gestorben - wenige Tage vor seinem 89. Geburtstag.
Seiler stammt aus einem Bauernhof in Holzolling, den er als Hoferbe übernehmen hätte sollen. Der Zweite Weltkrieg jedoch änderte sein Schicksal: Einen Arm und ein Auge verlor Seiler an der Front. Nach dem Krieg schaffte er es als Beamter in den gehobenen Dienst, arbeitete für das Arbeitsamt und die Bundeswehr.
In der neuen Heimat Holzkirchen half Seiler mit, den VdK-Ortsverband zu gründen, den er 27 Jahre auch führte und zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde. In vielen anderen Ortsvereinen war Seiler Mitglied, einige Jahre unterstand ihm sogar der TuS Holzkirchen. Seit 1966 verstärkte er die SPD-Fraktion im Marktgemeinderat; damals hatte er bereits erstmals für das Amt des Bürgermeisters kandidiert.
Im dritten Anlauf 1978 gelang der Sprung auf den Chefsessel: Überraschend setzte sich Seiler in der Stichwahl gegen den CSU-Kandidaten Martin Hofstetter durch. "Er war alles - nur kein Bürokrat", erinnert sich Archivar Werner Jennerwein, der damals die Kämmerei führte, "Seiler war durch und durch ehrlich und ist immer einen kerzengeraden Weg gegangen." Einen "kongenialen" Partner fand er im umtriebigen Ludwig Artmann (CSU), seinem Stellvertreter. Täglich tauschten sich die beiden aus und stellten wichtige Weichen - für das neue Gewerbegebiet, das Rettungszentrum, das Batusa. Bei der Integration von Föching und Hartpenning kam Seiler zugute, dass er als Bauerskind die Sprache auch der Dörfer sprach. Es war auch Seilers Zeit, als der Ruf nach Kindergärten immer lauter wurde.
Natur und Brauchtum waren wichtige Konstanten im Leben des Altbürgermeisters. Trotz seiner Behinderung zeigte sich Seiler auch sportlich: Mehrfach wanderte er über die Alpen nach Bozen und entdeckte das Eisstockschießen für sich. Bis zu einem Herzinfarkt vor drei Jahren erfreute er sich robuster Gesundheit. Seiler hinterlässt drei Kinder, vier Enkel und zwei Urenkel. (avh)
Von Wolfgang Foit, Holzkirchen
29.10.2009 um 20:01 Uhr von Merkur /Die Liedertafel Holzkirchen hat mit Albert Seiler eines seiner treuesten Mitglieder und einen langjährigen Förderer verloren. Seit 1978 war er Vereinsmitglied und war bei zahlreichen Auftritten und Ausflügen dabei. Der Verein fand in Albert Seiler stets einen Fürsprecher bei all seinen Anliegen, weshalb er allen Mitgliedern sehr warmherzig in Erinnerung ist und bleiben wird.
Unser Mitgefühl gilt allen Angehörigen und Freunden. Möge er ruhen in Frieden.
Liedertafel Holzkirchen e.V.
Schriftführer