Über den Trauerfall (1)
Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Adolf Endler, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.
Von Trauer.de Redaktion, München
04.08.2009 um 09:58 Uhr von Merkur /Der Schriftsteller Adolf Endler ist tot. Er starb am 2. August 2009 im Alter von 78 Jahren nach langer schwerer Krankheit in Berlin, teilte der Wallstein Verlag Göttingen mit. Der Lyriker, Essayist und Prosaautor galt als ein "poetischer Unruhestifter" in der DDR und machte vor allem als "Vater der oppositionellen Literaturszene" am Prenzlauer Berg im Ostteil Berlins auf sich aufmerksam. Nach 1989 wurde er in den 90er Jahren mit dem Erinnerungsband "Tarzan am Prenzlauer Berg" auch im Westen Deutschlands einem größeren Publikum bekannt.
Zuletzt erschienen sein autobiografisches Buch "Nebbich. Eine deutsche Karriere", heiter-sarkastische Betrachtungen aus einem untergegangenen Staat, die jeder DDR-Nostalgie Hohn sprechen, sowie sein Gedichtband "Krähenüberkrächzte Rolltreppe" und seine Lästerrede "Nächtlicher Besucher, in seine Schranken gewiesen" im Wallstein Verlag.
Der am 20. September 1930 in Düsseldorf geborene Endler siedelte als Jungkommunist 1955 in die DDR über, wo er am Leipziger Literaturinstitut Johannes R. Becher studierte. Nach anfänglichen Agit-Prop-Gedichten des "sozialistischen Sängers" in der Nachfolge eines Majakowski stieß Endler schnell an die Grenzen der dogmatischen SED-Kulturpolitik. Nach der Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann aus der DDR 1976 wurde Endler 1979 aus dem DDR-Schriftstellerverband ausgeschlossen, nachdem er sich mit dem zuvor gemaßregelten Kollegen Stefan Heym solidarisch erklärt hatte.
Endler wurde mit wichtigen Literaturpreisen geehrt, darunter dem Heinrich-Mann-Preis der DDR-Akademie der Künste, dem Brüder-Grimm- Preis und dem Peter-Huchel-Preis. Er war von 1967 mit 1978 mit der Lyrikerin Elke Erb verheiratet.