Elfriede Steinbacher

Elfriede Steinbacher

* 15.10.1943
† 27.01.2014
Erstellt von Merkur und TZ
Angelegt am 29.01.2014
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Über den Trauerfall (1)

Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Elfriede Steinbacher, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.

Trauer um Elfriede Steinbacher

29.01.2014 um 11:38 Uhr von Merkur und

Erding  - Politisch hat sie so manchen Strauß ausgefochten. Den schwersten Kampf hat sie nun verloren. Am Montag erlag die UWE-Stadträtin Elfriede Steinbacher 70-jährig einem langen Krebsleiden.

Voriges Jahr war Elfriede „Elfi“ Steinbacher voller Zuversicht, den Krebs besiegt zu haben. Mit viel Elan wandte sie sich wieder ihrer Stadtratsarbeit zu. Doch im Herbst kehrte die grausame Krankheit zurück. Der Dämmerschoppen des Stadtrates im Dezember war der letzte öffentliche Termin der über die Fraktionsgrenzen hinaus geschätzten Politikerin. Am Montag schloss sie für immer die Augen. Die Termine für Trauerfeier und Beisetzung stehen noch nicht fest.

Am 15. Oktober 1943 wurde Steinbacher im schwäbischen Kirchheim geboren, lange Zeit lebte sie mit ihrem Mann Rudolf in München. Vor gut 40 Jahren kam die Familie nach Erding. Die gelernte Bürokauffrau übernahm das Schreibwarengeschäft an der Zugspitzstraße in Altenerding. Aus der Ehe gingen eine Tochter und ein Sohn hervor. Heuer hätte das Paar Goldene Hochzeit gefeiert.

Der Weg in die Politik begann mit Steinbachers Einsatz um die Unterführung der Wendelsteinstraße unter der S-Bahn – damals „nur“ als engagierte Bürgerin. Dieses Engagement fiel Karl-Heinz Bauernfeind auf, der sie zum kommunalpolitischen Engagement überredete. 1990 wurde er Bürgermeister, Steinbacher zog wie Josef Hochholzer in den Stadtrat ein.

Der ist heute Fraktionsvorsitzender. Der Tod der langjährigen Weggefährtin hat ihn ebenso getroffen wie die gesamte UWE. „Wir sind fassungslos“, sagt Hochholzer. „Wir verlieren eine großartige Persönlichkeit.“ Steinbacher sei eine Macherin gewesen. „Immer wieder haben wir von ihr den Satz gehört: ,Jetzt pack’ mas an‘“, erinnert er sich. Zaudern habe sie nicht gekannt. Bei Wahlkämpfen sei sie vor und hinter den Kulissen stets an der Front gestanden.

Bei der Kinderbetreuung hat Erding der Verstorbenen viel zu verdanken. Erst im Juli 2013 konnte sie stolz das zehnjährige Bestehen der ersten Kinderkrippe in Stadt und Landkreis feiern – es war ihr Projekt. Gründung, Betrieb und Erfolg der Trägervereine Kinderland Erding und Kinderland Poing tragen Steinbachers Handschrift. Kein Wunder, dass das Amt der Kindergartenreferentin bei ihr in besten Händen war. Oberbürgermeister Max Gotz fand in ihr eine kompetente Ansprechpartnerin. An der Carl-Orff-Grundschule in Altenerding baute sie nicht nur die Ganztagsbetreuung mit auf, auf die Schnelle stemmte sie vor einigen Jahren auch ein Ferienprogramm für Grundschulkinder mit berufstätigen Eltern.

Das Wohlergehen der Kinder stand für Steinbacher stets im Vordergrund. Dafür kämpfte sie. Ihre Stimme und Tatkraft werden Erding fehlen. (Hans Moritz)